Evangelisch-Lutherische Philippusgemeinde Gifhorn

Der Altarraum in St. Philippus
Der Altarraum in St. Philippus

Taufe

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Die Heilige Taufe

Sind Sie schon getauft oder noch nicht? Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, damit Sie entweder wieder neu entdecken, was für ein großes Geschenk Gott ihnen gegeben hat oder entdecken Sie welche herrliche Möglichkeit Ihnen Gott anbietet.

Die Heilige Taufe - Was ist das?

Auftrag!

Jesus Christus hat der Kirche den Auftrag gegeben überall hinzugehen, die Völker zu lehren und zu taufen im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Matthäus 28,19+20). Somit hat Jesus Christus die Taufe eingesetzt. Die Taufe erfolgt mit Wasser auf den Namen des Dreieinigen Gottes.

Wer kann getauft werden?

Grundsätzlich gilt das Angebot Gottes allen Menschen, den Säuglingen und den Erwachsenen, den Jungen und den Alten, den Ausländern und den Einheimischen. Alle Völker, alle Menschen, sollen durch die Heilige Taufe zu Gottes Kindern werden.

Wer handelt in der Taufe?

Durch den Pfarrer handelt der Dreieinige Gott an dem Menschen, der getauft werden soll (Täufling). Ohne dass wir Menschen irgendeine Leistung erbringen, oder vorher ein persönliches Bekenntnis ablegen, wird der Täufling mit Gottes Gnade beschenkt.

Warum taufen?

Wir Menschen, vom Säugling bis zum Greis, stehen in einer unheilvollen Schicksalsgemeinschaft, aus der wir aus eigener Kraft nicht herauskommen. Es ist wie ein Virus, das wir in uns tragen. Die Bibel und in Folge dessen auch unsere lutherischen Bekenntnisschriften bezeichnen es als Auflehnung Gott gegenüber. Wir räumen ihm nicht den Platz in unserem Leben ein, den er eigentlich haben müsste und geben ihm nicht die Ehre. Vielmehr neigen wir lieber zum Bösen, von Gott abgewandt. Darum wird dies auch die Hauptsünde genannt. Das sagt uns Gottes Wort. Von selbst kommen wir mit unserem Verstand da nicht hinterher. Es geht bei dieser eben beschriebenen Hauptsünde also nicht nur um bewusste Schuld und Sünde, sondern um meine Grundeinstellung Gott gegenüber, die wir in unserem Wesen haben. Sie lässt sich mit dem Verstand nicht erkennen; weder kann das ein Säugling noch ein Erwachsener. Gottes Wort allein kann es uns sagen.

Was gibt’s in der Taufe?

Das Neue Testament spricht an vielen Stellen von der Heiligen Taufe und beschreibt unterschiedliche Gesichtspunkte:

  1. Der Täufling wird von neuem geboren (Titus 3,5)
  2. Der Täufling bekommt das, was Christus am Kreuz für uns getan hat, geschenkt (Römer 6,3-11)
  3. Der Täufling wird in die Gemeinde Jesu Christi eingegliedert ( 1. Korinther 12,13)
  4. Der Täufling bekommt Christus angezogen ( Galater 3,27)
  5. Die Täufling erhält Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes (Apg. 2,38)

In der Heiligen Taufe handelt der Dreieinige Gott umfassend und ganzheitlich. Dort beginnt ein neues Leben und ewiges Heil wird dort geschenkt. Darum ist die Taufe auch eine zweite Geburt. Mit der ersten, leiblichen Geburt werden wir Erdenbürger, Mitglieder einer Familie, mit der zweiten Geburt werden Bürger im Reich Gottes und Glied einer christlichen Gemeinde mit Schwestern und Brüdern im Herrn. In der Taufe geht der Dreieinige Gott eine lebendige Verbindung ein, die nicht einmal der Tod unterbrechen kann. Denn durch die Taufe sind die Mächte, die Chaos ins Leben bringen: Sünde, Tod und Teufel, gebändigt und besiegt. Auch wenn sie immer wieder versuchen im Leben Macht zu bekommen, haben sie keine letztgültige Chance mehr, weil wir Gottes Kinder sind. Andere Mächte haben da keinerlei Ansprüche mehr anzumelden. So schenkt uns der Dreieinige Gott Vergebung der Sünden, Erlösung vom ewigem Tod und dem Teufel, und schenkt uns Gotteskindschaft und ewiges Leben.

Leben aus der Taufe!

Wie in einer freundschaftlichen Beziehung oder der Ehe, will die lebendige Verbindung zwischen Gott und dem Täufling gepflegt werden. Pflegen wir Menschen untereinander Freundschaften nicht, zerbrechen sie. Gott möchte diese Verbindung zum Täufling pflegen. Diese Verbindung muss allerdings auch von unserer Seite aus mit Leben gefüllt werden. Ein Christ kann niemals für sich allein bestehen. Es gibt in Wirklichkeit kein „privates Christentum“. Der Christ braucht die Gemeinschaft des Gottesdienstes, der Kirche und Gemeinde. Wird ein brennender Holzscheit aus dem Feuer genommen und an die Seite auf einen Stein gelegt, geht er aus. Ohne die Gemeinschaft mit Jesus Christus und den Glaubensgeschwistern geht auch das Feuer des Glaubens aus und verlischt. Auch als Christen fallen wir immer wieder zurück in Schuld gegenüber unserem Mitmenschen und Sünde Gott gegenüber. Als Getaufte gilt es daher immer wieder zurück zur Taufe. Ein Beispiel kann uns einiges verdeutlichen: Die Taufe ist ein sicheres Schiff, das jedoch auf der hohen und stürmischen See des Lebens fährt. Wir Menschen sind dann leider so leichtsinnig und springen jeden Tag neu in die Fluten von Schuld und Sünde. Christus schmeißt uns allerdings einen Rettungsring in diese tobende See – das ist die Beichte. Jesus Christus zieht uns durch die Beichte wieder ins sichere Boot der Taufe zurück.

Wie oft taufen?

Grundsätzlich wird die Taufe nur einmal gespendet. Eine Wiedertaufe ist nicht möglich.

Wann taufen?

Säuglinge sollen so früh wie möglich getauft werden, weil sie auch in der menschlichen Schicksalsgemeinschaft Gott gegenüber stehen (siehe: Warum taufen?).

Die Heilige Taufe - Wie geht’s weiter?

Dieser Abschnitt möchte Ihnen das weitere Vorgehen näher bringen und erklären. Er ist in zwei Abschnitte eingeteilt: Unter 1) finden Sie das, was bei der Taufe eines Kindes zu bedenken ist und unter 2) das, was Sie tun müssen, wenn Sie als Erwachsener noch nicht getauft sind.

1) Taufe eines Kindes

Taufgespräch

Zunächst bitten Sie Pfarrer Bergmann um ein Taufgespräch. Dort werden sowohl die grundsätzlichen Inhalte der Taufe als auch der Ablauf im Gottesdienst besprochen. Ebenso können Sie dem Pfarrer mitteilen, welchen Taufspruch Sie für ihr Kind ausgesucht haben und Sie können gegebenenfalls auch christliche Liedwünsche äußern. An dem Taufgespräch sollen neben den Eltern des Täuflings auch die Taufpaten anwesend sein.

Taufpaten

Paten sind geistliche Väter oder Mütter ihres Patenkindes. Stellvertretend für den unmündigen Säugling bekennen die Paten den christlichen Glauben und tragen eine Mitverantwortung für die Glaubensunterweisung. Sie entsagen im Namen des unmündigen Kindes dem Teufel und bekennen sich für ihr Patenkind zum christlichen Glauben, den der Heilige Geist im Herzen des Kindes bewirkt.

Wer kann Taufpate werden?

Taufpate kann nur der werden, wer getauft und konfirmiert ist, zu einer christlichen Kirche gehört, deren Taufpraxis anerkannt wird, und die Berechtigung zur Übernahme eines Patenamtes hat (Patenschein). Eltern sollen die Paten gewissenhaft aussuchen. Mindestens ein Pate muss Glied der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) sein.

2) Taufe eines Erwachsenen

Ich bin noch nicht getauft

Wenn Sie noch nicht getauft sind, aber gerne getauft werden wollen, melden Sie sich bitte bei Pfarrer Bergmann.

Taufunterricht

Bevor Sie getauft werden können, ist ein kirchlicher Unterricht über die wichtigen Dinge des christlichen Glaubens gefordert. Der Unterricht umfasst: Die 10 Gebote, Das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, die Heilige Beichte, die Heilige Taufe und das Heilige Abendmahl.

Die Taufe

Die Taufe wird in einem Gemeindegottesdienst vollzogen.