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Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.
Gottes heiliges Wort zum Karfreitag steht geschrieben im 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther im 5. Kapitel, Verse 14-21.
14.b Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben.
15. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.
16. Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr.
17. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
18. Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.
19. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
20. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!
21. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
Laßt uns beten: Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du für uns gestorben bist, damit alles neu wird. Mache du auch mein Leben neu. Amen.
Liebe Gemeinde!
Good Friday, so nennen die Engländer den Karfreitag. Good Friday, heißt übersetzt guter Freitag. Nur, was ist gut an diesem Freitag? Was macht diesen Freitag so besonders, hebt ihn von den anderen Tagen des Jahres hervor?
An diesem Tag erinnern wir uns daran, was vor Jahrhunderten vor den Toren Jerusalems sich abspielte. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, ist für uns zur Sünde gemacht. Ein Unschuldiger ist hingerichtet worden, auf blutige und grausame Weise zu Tode gefoltert und gequält. Nun, das hat es seitdem Millionenfach gegeben. Menschen sterben teilweise unter entsetzlichen Qualen.
Was ist so besonderes an diesem Gehängten. Er ist der Sohn Gottes, der für uns und unsere Sünde sich ans Kreuz heften lässt. Was für ein Rollentausch. Der, der ohne Sünde ist, muß die ganze Sünde der Welt tragen: Jede einzelne Schuld, den kleinsten Fehler, die geringste Notlüge, den bösen Gedanken, die Lieblosigkeit gegenüber dem Mitmenschen, das verächtliche Wort auf der Zunge. Alles das, was in unserer Gesellschaft schon als belanglos eingestuft wird bis hin zum größten Vergehen.
Denn, wie bei einer Krankheit sind das nur die Symptome für ein ichbezogenes Leben. Ich selber stehe im Mittelpunkt. Im Alltag soll sich alles ausschließlich um meine Belange drehen. Ein ichbezogenes, egoistisches Leben ist oftmals ein einsames Leben, weil ich nur mich sehe, meine Bedürfnisse, meine Interessen, meine Begierden - im ganz umfassenden Sinn -: wie den Hals nicht voller Geld bekommen, neidisch sein auf das, den Segen, den der andere hat. Ein ichbezogenes Leben, wo ich nur bei mir selber bleibe, da ist auch kein Platz für Gott. Das Herz ist hart, wie Stein.
Das liebe Schwestern und Brüder ist Leben nach dem Fleisch. Oder: Es ist das alte Leben, nach den Maßstäben meiner Ichsucht. Es ist ein von Gott abgewandtes Leben. Dieses Leben ist ein Dahinvegetieren, weil du so am echten pulsierenden Leben vorbei lebst.
Darum ist die ganze Weltgeschichte, die große und erst recht die eigene kleine, ein verzweifelter Versuch immer wieder aus dieser Ichsucht auszubrechen, um dann doch nur in die alten Verhaltensweisen, Strickmuster von Sünde und Schuld zu verfallen. Es gibt im Leben Ereignisse, die so schwer sind, dass sie in die Tiefe reißen, dass aller unser Mut zum Leben erlischt, alle Freude und Zuversicht fehlt. Gebannt sehen wir zurück auf die Vergangenheit, die uns mit ihrer Schuld nicht loslässt, uns quält, förmlich zerfrisst.
Wir hören aus den tiefsten Abgründen unserer Seelen die Anklagen und spüren so manches Mal wie schwer die Gewichte sind, die uns nach unten ziehen, die unabänderlichen Ereignisse, die wir selbst heraufbeschworen haben.
Wohin mit alle dem? Wohin mit der Vergangenheit? Wer zieht einen Schlussstrich unter dieses alte Leben? Und so bitte ich euch an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott! Als gesegneter, geordneter und gesandter Botschafter bitte ich euch herzlich diese Wahrheit neu zu hören und bitte euch, was ich euch im Auftrag Christi sage euch zu Herzen gehen zu lassen: Laßt euch versöhnen mit Gott.
Denn mir ist das Amt gegeben euch die Versöhnung zu predigen. Jesus Christus ist für uns zur Sünde gemacht. Das Kreuz ist aufgerichtet worden, damit es heißen kann: Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.
Vom Kreuz Jesu Christi soll dein Leben neu werden. Wenn du an Jesus Christus glaubst und deinen Alltag mit ihm gestaltest, ordnet er dein Leben neu, verändert dich.
Das alte ichbezogene Leben gehört der Vergangenheit an. Mit dem Kreuz Christi durchkreuzt er dein altes Leben und schenkt dir ein neues Leben. Ein Leben, das erfüllt ist. Es ist ein Leben in der Kraft der Liebe, mit der Christus dich liebt. Das Kreuz ist das Zeichen seiner Liebe zu dir. Es ist seine Leidenschaft für dich. Beides umfasst ja dieses Wort Leidenschaft: Leid und Liebe. Das Kreuz ist das Zeichen der Leidenschaft für dich.
Im Glauben an Jesus Christus stehst du im Kraftfeld der Liebe Gottes. Mit dem Kreuz Christi hat unser himmlischer Vater angefangen Neues zu schaffen. Dieses neue Leben ist dir in der Heiligen Taufe mitgeteilt worden. Ja, dort hat der Dreieinige Gott begonnen dich umzugestalten.
Freilich ist die Gestaltung des neuen Lebens allein Gottes Werk. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung, wie es hier bei Paulus heißt.
Gott hat die Welt, jetzt wörtlich: die Welt für sich umgeändert. Ja, mit Jesu Opfer am Kreuz hat Gott angefangen diese Welt mit ihren Regeln und Maßstäben neu geordnet, ihr ein neues Gesicht gegeben: Das Gesicht des Gekreuzigten Herrn Jesus Christus.
Sind wir in Christus, also sind wir ganz von ihm umgeben, ganz in ihm und mit ihm und durch ihn verbunden, dann sind die Regeln und Maßstäbe dieser Welt für Vergangenheit oder eben alt. Gottes neue Schöpfung hat seinen Anfang genommen im Kreuz. Seitdem verändert Gottes leben schaffender Geist die Herzen der Menschen. Und er will auch dein Herz umändern, dich und deinen Alltag neue Gestalt geben.
Jesu Opfer am Kreuz wirft ein neues Licht auf dein Leben und bringt dich in ein neues Verhältnis zu Gott. Denn Jesus Christus als das Licht der Welt nimmt deine Dunkelheit auf sich, damit du Licht bist oder aber vor gerecht.
Dank des ein für allemal aufgebrachten Opfers Christi bist du Träger der Gerechtigkeit. Du bist einer, der um Jesu willen ein zurechtgebrachter Mensch ist. Ja, im Glauben an Jesus Christus ein gerecht gesprochener.
Hierdurch lebst du bewusst neu. Dieses Leben ist geprägt von Gottes Liebe und befähigt dazu den anderen Menschen zu lieben, ja, noch mehr: Durch die Taufe bist du Kind Gottes. Du gehörst in den Heilsbereich Christi hinein, d.h.:
Mit dem Tod Christi hat der Himmel wieder eine Tür bekommen, durch die du in der Kraft des Hl. Geistes eintrist. Gott und Mensch, die sich bisher nicht begegnen konnten, treffen sich auf Golgatha. Und es herrscht Friede.
Karfreitag. Kein Tag, wie jeder andere auch, weil hier nichts anderes gilt als Gottes freie, vergebende und bedingungslose Gnade. Es ist der große Versöhnungstag zwischen Gott und uns.
Darum: Good Friday. Darum ist es ein guter Freitag. Amen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.
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