Gnade sei mit euch und Friede von Gott,
unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus!

Gottes heiliges Wort für die Predigt in der Osternacht steht geschrieben im 1. Brief des Paulus an die Korinther im 5. Kapitel, Verse 7 und 8.

7. Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist.

8. Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.

Lasst uns beten: Herr Jesus Christus, wir danken dir für deinen Sieg über den Tod. Stärke du uns den Glauben, schenke uns Freude über das Wunder deiner Auferstehung. Öffne du uns die Ohren und das Herz für diese frohe Botschaft, Amen.

 

Liebe Gemeinde!

Bevor die Schlacht am Buffet beginnen kann, muss zunächst alles fürs Essen vorbereitet werden. Und jeder der mehr als nur Tütensuppen in den Topf gibt, weiß: Es ist eine große Arbeit. Und das Aufräumen hinterher erst.

Heute Nacht wollen wir uns vom Apostel Paulus in sein Kochstudio mitnehmen lassen.

1. Die alten Zutaten
2. Die frischen Zutaten!

Also:
1. Die alten Zutaten

Schafft den alten Sauerteig weg… Frisch sollen die Zutaten sein. Denn wer will schon vergammelte Speisen essen. Paulus ruft auf, den alten Sauerteig wegzuschaffen. Natürlich meint er hiermit nicht irgendwelche Zutaten für ein kulinarisches Gericht. Vielmehr geht es um unser Leben. Ein Leben ohne Jesus ist ein Dasein im alten Sauerteig. Charakteristisch für dieses Leben sind Kräfte und Mächte, die das Leben sauer machen: Da ist der Tod! Mitnichten gehört er zum Leben dazu. Immer wieder sehen wir es. Menschen sterben. Sie sterben eines natürlichen Todes – vom christlichen Standpunkt her gibt es keinen natürlichen Tod – durch Gewalt, im Krieg, durch Hunger. Hierneben tritt der Tod, der uns allein lässt: Absolute Gottesferne.

Der Tod verbindet sich mit dicken Brocken, Steinen die sich gegen Gott und unseren Mitmenschen richten: Die Steine haben unterschiedliche Beschriftungen: Unzulänglichkeit, schmerzhafte Erinnerungen, Verbitterung, Groll, Schuld.

Aber auch Gott gegenüber mauern wir, legen immer wieder Steine in den Weg. Es ist unser Misstrauen Gott gegenüber, unsere chronische Selbstüber-schätzung sein zu wollen, wie Gott. Mit anderen Worten: Sünde!

Sünde heißt nichts weiter als: Ich verfehle mein Ziel. Die Sehnsucht nach Leben erfüllt sich nicht. Sünde ist ein Leben am Leben vorbei. Das ist ja das Drama: Wir möchten gerne Leben, können es aber nicht mehr. Dies alles macht unser Leben sauer. Und dieser alte Sauerteig, soll verschwinden, das alte Leben soll nicht mehr den Ton angeben.

Daher wollen wir uns
2. die frische Zutaten ansehen!

„Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist.“

Um der Frage nachzugehen, wie wir neuer Teig werden, müssen wir uns erst dem 2. Teil dieses Verses zuwenden. „Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist.“

Die Frische kommt durch das Kreuz Christi.

Auf den ersten Blick scheint es so als würde das alte, sauere, faulige den Sieg davon tragen. Denn Jesus Christus ist wirklich gestorben. Von Frische keine Spur, eher von einsetzender Verwesung. Aber das nur Vordergründig und nur für die Menschen so, die alter Sauerteig sind. Im Glauben an das geopferte Passahlamm ist das Kreuz mehr. Das Kreuz ist sowohl der tiefste Tiefpunkt als auch zugleich der höchste Höhepunkt. Es ist Jesu Tiefe, weil er wie kein anderer die Gottverlassenheit zu spüren bekam. Es ist der tiefste Abgrund, weil er Tod, Sünde und Schuld zu tragen hatte. Gleichzeitig ist es für dich der Höhepunkt der Liebe, weil der Friede zwischen Gott und Mensch besiegelt wurde. Durch dieses Passahlamm ist alle Schuld getilgt. Für einen Augenblick scheint es als wenn die widergöttlichen Mächte den Sieg davon tragen.

Aber das Leben setzt sich durch. Jesus lebt. An seinem Sieg über den Tod und die Sünde sollen wir teilhaben. Wir werden zu frischen Zutaten oder um mit Paulus reden: neuer Teig und ungesäuert durch die Taufe. Dort hat uns der Dreieinige Gott das neue Leben geschenkt. Durch das Taufwasser sind wir nicht nur versüßt worden, sondern der alte Sauerteig ist abgewaschen worden.

Heute Abend haben wir uns ja zusammen an unsere Taufe erinnert im Taufgedächtnis und den Lesungen. Durch die Taufe hat sich das Schicksal Jesu ganz eng mit deinem verbunden. Durch das Taufwasser bist du als ganz neuer Mensch, neuer Teig herausgekommen.

Nichtsdestotrotz drängt sich noch eine Frage auf: Warum schreibt der Apostel Paulus eigentlich: Gebt dem alten Sauerteig saueres?

Das sind doch Christen, da in Korinth! Dieser sauere Teig hat die Eigenschaft sich rasend schnell wieder breit zu machen.

Wir kennen das ja bei Lebensmitteln: Wenn sie zu lange liegen, vergammeln sie. Entweder sie sind irgendwann ganz verdorben und sie müssen weggeworfen werden oder aber man muss die faulen Stellen raus schneiden.

So etwa ist es auch mit der Sünde und Schuld. Diese fauligen Stellen werden in der Beichte weg geschnitten. Dort wird dir im Namen des Dreieinigen Gottes vergeben.

Dein Leben darf so wieder hell werden. Entgegen jedem Augenschein bringt das Kreuz so Frische in dein Leben, macht es ganz neu. 

Das ist der Grund für das große Fest! Wir feiern heute das größte Fest, was es auf dieser Erde gibt. Die Auferstehung Jesu Christi. Eine ganz neue Ära ist angebrochen, ein neues Kapitel der Weltgeschichte ist aufgeschlagen. Jetzt ist Zeit der Freude angebrochen.

Paulus geht es nicht darum zu feiern, um des Feierns willen, sondern darum richtig zu feiern. Zu einer richtigen Feier gehört ein Grund. Und dieser Grund ist Kreuz und Auferstehung Jesu von den Toten.

Sauerteig hat in dieser Zeit nichts zu suchen. Mit so einem Teig kann man kein Fest feiern und Festtagsstimmung kommt so auch nicht auf. Eine Feier im alten Sauerteig wäre ein Widerspruch. Es wäre sonst keine Feier des Neuen so, als ob die Freudenzeit noch nicht angebrochen wäre. Schlechtigkeit und Bosheit machen aus diesem großen Fest nur einen faulen Zauber. Vielmehr geht es darum den alten Sauerteig auszukehren.

Zur richtigen Festfreude gehört: Ich bin Eigentum des Auferstandenen. Er ist es auch der uns befähigt neuer Teig zu bleiben.

Hierfür deckt uns der auferstandene Herr selber den Tisch. Er bereitet alles für das große Festtagsessen:

Es ist Christi wahrer Leib und sein wahres Blut, das wir im Heiligen Abendmahl empfangen. Dort genießen wir diese Früchte seines Opfertodes. Mit der Auferstehung Jesu hat die große Feier begonnen. Heute Nacht feiern wir unsere Erlösung und dürfen uns eingeladen wissen am reich gedeckten Tisch des Herrn. Dort finden wir das, was uns sonst keiner geben kann: Leben in Frieden. Amen!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn, Amen.